SPD-Ortsverein Kamp-Bornhofen
90 Jahre Ortsverein Kamp-Bornhofen und fit für die Zukunft!
Generalsekretär Hubertus Heil war Ehrengast
Pünktlich um 15:30 Uhr war es am vergangenen Samstagnachmittag im Saal des Hotels Kurfürst soweit: Unter den musikalischen Klängen der Kolping-Kapelle Kamp-Bornhofen betraten SPD-Generalsekretär Hubertus Heil, der Parteiratsvorsitzende der rheinland-pfälzischen SPD, Roger Lewentz, der örtliche SPD-Vorsitzende Mike Weiland, weitere Vorstandsmitglieder des SPD-Ortsvereins Kamp-Bornhofen und der Jusos den Raum. Schon bei seiner Begrüßung brachte es Mike Weiland auf den Punkt: Den Menschen muss eine lebendige Partei in ihrer Heimat etwas bieten, denn sie möchten anstelle von langwierigen politischen Diskussionen Bewegung und Weiterentwicklung in einer Gemeinde, wie Kamp-Bornhofen, sehen. Nur so könne man Alt und Jung gleichermaßen begeistern, führte der SPD-Vorsitzende fort. Weiland ging auf die Gründungszeit, aber auch die Zeit nach dem 2. Weltkrieg ein, in der die Kamp-Bornhofener SPD in der Küche des langjährigen und stets unvergessenen SPD-Aktiven Paul Querbach wieder langsam Fuß fasste. Anschließend stellte er einige wichtige Punkte in der Entwicklung Ortsvereins heraus und lieferte einige Gründe, weshalb sich der SPD-Ortsverein bis heute erfolgreich entwickelt und über neun Jahrzehnte überlebt hat: Mit Einigkeit unter den Vereinen und der Gemeinschaftspflege im Umgang mit den Bürgerinnen und Bürgern sei es in Kamp-Bornhofen unerlässlich für das gute dörfliche Miteinander an einem Strang zu ziehen, so Weiland. Auch betonte der SPD-Vorsitzende, dass ein umfangreiches Programmangebot für die Mitglieder sowie die stete Integration von Jung und Alt eine äußerst wichtige Rolle spiele.

Foto: Jürgen Dedekind
Es folgten Grußworte an die Festgäste von Ortsbürgermeister Frank Kalkofen, der betonte, er habe schon viele schöne und wichtige Vereinsjubiläen in seiner bisher relativ kurzen Amtszeit mitfeiern dürfen, umso mehr freue es ihn aber natürlich, mit der SPD nun dem Verein gratulieren zu können, der ihm schon viele Jahre politische Heimat biete. Andreas Kahl, der stellvertretende SPD-Ortsvereinsvorsitzende, ging in seiner Funktion als Juso-Vorsitzender von Kamp-Bornhofen auf die Begeisterung der jungen Aktiven bezüglich des Gemeinschaftsgefühls und des Miteinanders innerhalb der verschiedenen Generationen in der Kamp-Bornhofener SPD ein und lobte, dass man allseits Unterstützung und Förderung von den Erfahrenen im Ortsverein erhalte, sobald man als Jusos eigene Projekte starte. Er brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass diese Art der Zusammenarbeit auch in Zukunft so anhalte, dann seien die Jusos stets bereit, nach ihren Möglichkeiten die SPD in ihrer Arbeit zu unterstützen. SPD-Bürgermeister-Kandidat für die VG Braubach Rudolf Helbach rief hervor, dass es die Kamp-Bornhofener SPD in hervorragender Weise verstehe, nicht nur hinter verschlossenen Türen im Rathaus Politik zu machen. Mit vielen Aktionen zeige sie, die Menschen bei ihren Entscheidungen mitzunehmen. Die hiesige Bundestagsabgeordnete Ursula Mogg ging in ihrem Grußwort, wie auch Frank Kalkofen, auf Visionen ein, die man in der Politik haben müsse und dürfe. Gerade die SPD habe immer wieder bewiesen, dass sie auch wisse, solche Visionen umzusetzen.
Im Anschluss daran folgte mit der Ansprache von Hubertus Heil der Höhepunkt der Veranstaltung. Der Gast aus der Bundeshauptstadt Berlin verstand es mit reichlich berechtigtes Lob für die Kolping-Kapelle einerseits, für die errungenen Erfolge der SPD in Kamp-Bornhofen und die Stärke der Jusos andererseits, von Beginn an das Publikum auf seine Seite zu ziehen und mitzunehmen. So fanden auch bundespolitische Themen, wie die Bekämpfung des Rechtsextremismus, das künftige Vermeiden von schlechten Machenschaften der Manager und Mindestlöhne Szenenapplaus. Die SPD müsse ihr soziales Profil wieder eindeutig für sich behaupten. Der Bürger müsse sich vor mancher Mogelpackung der anderen Parteien in Acht nehmen, die vorgäben sozial zu sein, nicht aber wirklich soziale Politik machen.
Foto: Jürgen Dedekind
Nach einer weiteren musikalischen Einlage nahmen Generalsekretär Hubertus Heil, der Parteiratsvorsitzende Roger Lewentz, Landrat Günter Kern unter Beteiligung der Ortsvereinsvorsitzenden Mike Weiland, Nelly Schneider und Andreas Kahl zahlreiche Ehrungen langjähriger und treuer Mitglieder des SPD-Ortsvereins vor (genauer Bericht folgt).
Mit Interesse und Spannung erwartet wurde sodann die illustre Talkrunde von Roger Lewentz als Moderator eröffnet. Diese war nicht nur hochrangig besetzt, die Talkgäste aus verschiedenen SPD-Generationen wussten auch mit so mancher Anekdote den ganzen Saal zu unterhalten, so dass das etwa halbstündige Gespräch wie im Fluge verging. Das Podium war mit dem ehemaligen Ortsbürgermeister und Landtagsabgeordneten Willi Diel, der im vergangenen Jahr seinen 80. Geburtstag feiern konnte, dem Landrat des Rhein-Lahn-Kreises Günter Kern, dem ehemaligen Bürgermeister der VG Braubach, Hans-Dieter Ilgner, der extra aus dem hohen Norden zur Feier angereist war, dem hiesigen Landtagsabgeordneten David Langner und dem Vorsitzenden des Vereins für Heimatgeschichte Dr. Winfried Monschauer besetzt.
Willi Diel wünschte insbesondere den Jusos, sie mögen ihren Idealismus und Aktionismus beibehalten, den sie schon heute an den Tag legten. Schließlich seien sie in Kamp-Bornhofen die einzige so richtig funktionierende Juso-AG im ganzen Rhein-Lahn-Kreis. Auch Günter Kern ging größtenteils auf die Jugendarbeit ein. Die Zusammenarbeit mit Kamp-Bornhofen und auch die dortigen Besuche machten ihm stets große Freude. Von daher sei es auch wichtig, dass gerade zwei junge Menschen ziemlich weit vorne auf der Kreistagsliste der SPD stünden. Hans-Dieter Ilgner erzählte über zwei prägende Erlebnisse aus seiner Amtszeit, die Sicherstellung der Wasserversorgung nach der Sandoz-Katastrophe in Basel und einen geplanten NPD-Parteitag in der Rheingemeinde. David Langner wusste es zu schätzen, einen guten Wahlkreis von Roger Lewentz übernommen zu haben, aus dem er als Mitglied der SPD-Führungsakademie in Berlin immer nur positiv berichten könne. Dr. Winfried Monschauer konnte anschließend über seine detaillierten Recherchen zum Gründungszeitpunkt des SPD-Ortsvereins in den Archiven des Vereins für Heimatgeschichte berichten. Anschließend verlas er einen Leserbrief eines Kamper Arbeiters, der dessen Verwunderung darüber zum Ausdruck brachte, dass kurz nach Beendigung des Krieges, die Menschen in Kamp-Bornhofen und die Vereine schon wieder feierten.
Danach folgte die Gratulation des SPD-Ortsvereins durch die örtlichen Vereinsvertreter. Viele waren gekommen, um lobende Worte an die Kamp-Bornhofener SPD zu überbringen. Mike Weiland, Nelly Schneider und Andreas Kahl dankten den Vereinsvertretern und sicherten zu, er und seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter wollten sich, wie bereits im Vorfeld gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern versprochen, darum kümmern, dass aus Anlass des 90-jährigen SPD-Jubiläums von Seiten des Ortsvereins wieder eine Bahnhofsuhr beschafft und am ehemaligen Empfangsgebäude, das sich jetzt im Eigentum der Gemeinde befindet, installiert werde. Man werde hiermit aber noch warten, bis die Außenfassade saniert und erneuert sei, so Weiland nach der Veranstaltung weiter.
Am Ende der Veranstaltung dankte Weiland allen Besuchern, Freunden und Gönnern der SPD Kamp-Bornhofen für deren Kommen und den Aktiven für die gute Vorbereitung der Jubiläumsveranstaltung. Peter Hohl, Roger Lewentz und Jochen Querbach hatten gemeinsam eine Fotoausstellung vorbereitet, die neben dem Programm für so manche Erinnerung an gute alte Zeiten sorgte. Am Abend feierten die Mitglieder der SPD dann noch in gemütlicher Runde und ließen den Tag gemeinsam ausklingen.
