Ministerpräsident a. D. Rudolf Scharping informierte über Möglichkeiten zur Projektrealisierung für Wind- und Solarenergie

Besichtigung der Flächen auf dem Roth
Ministerpräsident a. D. Rudolf Scharping informierte über Möglichkeiten zur Projektrealisierung für Wind- und Solarenergie

Besichtigung der Flächen auf dem Roth
Nicht nur weltweit und insbesondere in China ist Rudolf Scharping, seines Zeichens Ministerpräsident a. D., heute mit einem eigenen Beratungsunternehmen tätig. Auch heimatnah ist der gebürtige Westerwälder und langjährige Lahnsteiner nach wie vor tief verwurzelt und berät Menschen und Unternehmen in wirtschaftlichen Angelegenheiten.
Diese Möglichkeit nutzte nun auch die Kamp-Bornhofener SPD-Gemeinderatsfraktion gemeinsam mit SPD-Vorstandsmitgliedern und ließen sich von Scharping Möglichkeiten zur Realisierung von Wind- und Solarenergie auf dem Gemeindegebiet erläutern. Besonders freuten sich der stellvertretende Fraktionssprecher Andreas Kahl und SPD-Vorsitzender Mike Weiland darüber, beim Ortstermin neben Frank Kalkofen auch dessen Vorgänger im Amt, Innenminister und Ex-Ortsbürgermeister Roger Lewentz, begrüßen zu können. Vor Ort schauten sich die SPD-Vertreter zunächst die möglicherweise in Frage kommenden gemeindlichen Geländeflächen unweit des "Punktes B" sowie auf dem Roth an. Hierbei sprach man unter anderem über benötigte Flächengrößen, um einen Energiepark wirtschaftlich betreiben zu können, Möglichkeiten zur Kombination aus Wind- & Solarenergie oder beispielsweise auch Einspeisemöglichkeiten, den gewonnenen Strom ins Netz zu bringen. Roger Lewentz kennt den Wald aus seiner langjährigen Erfahrung als Ortsbürgermeister bestens. So konnte er aus früheren Maßnahmen viel Wissenswertes beitragen, wofür die Fraktionsvertreter sehr dankbar waren.
Nach der Besichtigung im Wald setzte man den Termin in Bornhofen fort, wo Rudolf Scharping mögliche Modelle zur Projektrealisierung erläuterte. Er erkundigte sich zudem über die Haushaltssituation der Gemeinde, die in eine Projektplanung einfließen sollte, um unterschiedliche Wege durchleuchten zu können. Roger Lewentz ergänzte zahlreiche interessante Aspekte aus Sicht der rot-grünen Landesregierung, was den Termin zu einem hervorragenden Informationsaustausch machte.
Vor etwa zwei Monaten hatte der Gemeinderat auf Antrag der SPD-Fraktion einhellig den Prüfauftrag an Ortsbürgermeister Frank Kalkofen erteilt, mögliche Flächen auf dem Gemeindegebiet zu eruieren, die für Wind- oder Solarenergie geeignet sind. Direkt im Anschluss hatten Ortsbürgermeister und die Beigeordneten Mike Weiland und Peter Hohl in einen Ortstermin mit dem Vizepräsidenten der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord David Langner entsprechende Vorgespräche geführt und das Vorhaben mit dem Vertreter der oberen Landesbehörde, die unter anderem für Belange des Naturschutzes und der Raumordnung zuständig ist, erörtert. Wie Kalkofen und die Beigeordneten Weiland und Hohl jetzt gegenüber der SPD-Fraktion berichteten, gab es dann auch bereits ein erstes Gespräch mit einem Projektentwickler, der gemeinsam mit weiteren Investoren und möglicherweise auch mit Bürgerinnen und Bürgern Interesse an der Errichtung eines Windkraftprojektes hat. Laut Projektentwickler könne auch mit ihm eine Kombination aus Wind- und Solarkraft in Frage kommen.
„Wenn Rheinland-Pfalz, wie im Koalitionsvertrag der rot-grünen Landesregierung angekündigt, in absehbarem Zeitraum das Bundesland der erneuerbaren Energien werden soll, dürfe es für die Umsetzung solcher Projekte keine Tabuzonen mehr geben", forderten Andreas Kahl und Peter Runkel als junge SPDler im Hinblick auf möglicherweise vorhandene Hürden gegenüber besonderen Schutzgebieten im Kamp-Bornhofener Gemeindewald. Unter Bezugnahme auf die von der SPD schon seit Jahren favorisierte Abschaltung der Atomkraft betonten Mike Weiland und Peter Hohl: "Man kann nicht das Eine nicht mehr wollen, ohne dass Andere zu zulassen." Diesen Gedanken müssten sich mit dem Naturschutz befasste Behörden, aber auch die Bevölkerung noch an zahlreichen Stellen verinnerlichen, ergänzten Walter Querbach und Lene Lewentz. Natürlich müsse man auf naturschutzrechtliche Aspekte achten, so Peter Hohl, aber das sei mit dem angedachten Projekt mit Sicherheit in Einklang zu bringen.
Gerade die rheinland-pfälzische grüne Wirtschaftsministerin hat jüngst die Forderung nach Windenergie im Wald propagiert. "Dies spielt uns gut in die Karten", ist sich Walter Querbach sicher. Für Lene Lewentz und die gesamte Fraktion ist es zudem wichtig, dass man neben der Gewinnung sauberen Stroms, auch insbesondere die Finanzsituation der Gemeinde mittels dieser nahezu einmaligen Gelegenheit durch die Realisierung eines Windkraftprojektes auf viele Jahre hin verbessern kann. Hier kann man einen Beitrag zum Wohle der Umwelt leisten und noch dazu für die Entlastung der Gemeinde.
Darum machten die SPD-Vertreter abschließend nochmals unmissverständlich klar: Selbstverständlich müsse alsbald ein Projektplan auf dem Tisch liegen. Dann gelte es aber nach wie vor einer ordentlichen Abwägung zwischen Projekt- und Naturaspekten und man versicherte, es werde keine halbherzige oder für die Landschaft nicht vertretbare Entscheidung herbeigeführt werden.

Am Hochwassernotweg erläuterte man die dort in Frage kommenden Flächen für die Realisierung eines Windparks, mit dabei (v. l. n. r.): stellvertretender Fraktionssprecher Andreas Kahl, Ortsbürgermeister Frank Kalkofen, Walter, Querbach, Rudolf Scharping, Lene Lewentz, Minister Roger Lewentz, Peter Runkel und Beigeordneter Peter Hohl.
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