SPD Katzenelnbogen

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SPD: Ärzteversorgung und Pflegeangebote bereits heute für die Zukunft im Blick halten

Veröffentlicht am 01.07.2013 in Fraktion

Für die ärztliche Versorgung und Pflegeinfrastruktur in der VG Loreley ist nach Ansicht der SPD-Fraktion um deren Sprecher Mike Weiland heute schon Sorge zu tragen, da sich bereits jetzt an einigen Stellen Engpässe in der Hausarztversorgung abzeichnen. Aufgrund der Diskussion um die angedachte Neuzuordnung der Stadt Braubach sowie der Gemeinden Filsen, Kamp-Bornhofen und Osterspai zu einer neu aufzubauenden Bereitschaftsdienstzentrale in Bad Ems anstatt diese wie bereits erfolgreich praktiziert nach Koblenz orientiert und an die dortigen Gesundheitszentren und Krankenhäuser angebunden zu belassen, hatte sich die SPD tiefgründiger des Themas angenommen und eine Anfrage an die VG-Verwaltung gerichtet, wie sich aus deren Sicht die Beschaffenheit der generellen Struktur von Haus- und Facharztpraxen sowie der Pflegeeinrichtungen in der VG Loreley darstellt.

Die Antwort der Verwaltung, an der auch die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV) mitgewirkt hat, liegt zwischenzeitlich vor. Demnach gibt es derzeit hausärztliche Praxen in Braubach, Dachsenhausen, Kamp-Bornhofen, Kaub, Prath, St. Goarshausen und Weyer. Weiterhin werden in Osterspai und Weisel Zweigpraxen vorgehalten, die von Ärzten aus anderen Gemeinden betreut werden. Der SPD-Fraktion liegt auch eine Liste der KV vor, aus der diejenigen Praxen hervorgehen, die im 4. Quartal 2012 in größerem Umfang Patienten mit Wohnsitz in der VG Loreley betreut haben. "Diese Liste besteht aus 92 weitestgehend Fachpraxen, die sich zu zwei Dritteln in Lahnstein oder Koblenz befinden", stellt der stellvertretende Fraktionssprecher Karl-Heinz Lachmann fest. Das decke sich klar mit der Resolution, die der VG-Rat und die Räte Braubach, Filsen, Osterspai und Kamp-Bornhofen einstimmig verabschiedet hätten, weil sie auch künftig die Bereitschaftsdienste über Koblenz organisiert sehen möchten, hält Ratsmitglied Lothar Laubach fest. Weitere, aber weitaus weniger Arztpraxen finden im Bereich der VG Nastätten, Bad Ems oder auch auf der linken Rheinseite Zulauf.

Zahnärzte sind aktuell in Braubach, Kaub, St. Goarshausen und Weisel zugelassen. Leider ist generell keine Abschätzung möglich, wie lange der aktuelle Bestand der jeweiligen Praxen auch künftig noch gesichert sein wird. "Aus den Gemeinden Bornich, Dörscheid, Weisel, Sauerthal und der Stadt Kaub ist uns durch Gespräche mit Bürgern im Rahmen ihrer Veranstaltung 'Gut leben im Alter' und durch unsere örtlichen Bürgermeister jedoch bekannt, dass es hier in Kürze bereits Probleme mit der Hausarztversorgung geben wird, weil ein ansässiger Arzt Mitte 2014 in Ruhestand geht", unterstreicht Ratsmitglied Alexander Klein die Notwendigkeit, bereits heute tätig werden zu müssen, um für die Zukunft vorzubauen. Auch Weisels Ortsbürgermeister Ottmar Kappus und Karl-Heinz Lachmann in seiner Funktion als Kauber Stadtbürgermeister haben sich dieses Problems schon länger angenommen und suchen nach einer Lösung. Dies ist der VG-Verwaltung bekannt.

Pragmatische Lösungen können teilweise helfen. Andere Gemeinden im Rhein-Lahn-Kreis versuchen, etwa durch die Bereitstellung von Räumlichkeiten durch die Kommune, für Ärzte ein attraktives Umfeld zu schaffen, um auch in heutiger Zeit noch neue Ärzte in den ländlichen Raum zu locken. "Solche Lösungen gilt es künftig noch mehr zu suchen, um die Versorgung zu sichern", so Mike Weiland, jedoch müsse auch die KV mitspielen.

Als ebenso wichtig sieht die SPD-Fraktion auch physiotherapeutische Angebote an, die derzeit in Braubach, Kamp-Bornhofen und St. Goarshausen vorgehalten werden. Die Arzneimittelversorgung ist durch Apothekenstandorte in Kaub, Kamp-Bornhofen und St. Goarshausen gegeben. "Die große Stadt Braubach hat bereits heute keine Apotheke mehr", betont Rita Wolf aus der Rosenstadt. Hier konnte jedoch sichergestellt werden, dass in Braubach und Osterspai eine Rezeptsammelstelle gemäß der Apothekenbetriebsordnung eingerichtet wurde, begrüßt die Fraktion eine zielführende Variante.

Bereits heute aktiv werden und an morgen denken

Einer der größten Arbeitgeber in der VG Loreley ist das Alten- und Pflegeheim "Haus Marienberg" in Kamp-Bornhofen, das für stationäre Aufnahmemöglichkeiten für ältere Mitmenschen sorge, unterstreicht Ratsmitglied Andreas Kahl. Auch gebe es laut Auskunft der VG-Verwaltung neben den bekannten in kirchlicher Trägerschaft befindlichen mobilen Pflegediensten in Weisel einen ambulanten Kranken- und Pflegedienst sowie Einrichtungen in den umliegenden Städten und Gemeinden außerhalb der VG Loreley, so die Verwaltung in ihrer Stellungnahme. "Im Zuge der immer älter werdenden Gesellschaft muss man aber bereits heute über den Ausbau der mobilen Dienste Überlegungen anstellen", fordert Erster Beigeordneter Hans-Josef Kring, da die Menschen immer wieder einen Wunsch äußern, nämlich so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben zu können.

Sicherlich ist zum jetzigen Zeitpunkt die Versorgung für Gesundheit und Pflege noch sichergestellt, was auch die Einschätzung der Verwaltung ist. Ausruhen dürfe man sich auf diesem Status Quo jedoch nicht, denn die Situation könne sich rasch ändern. Auch hier ist Ottmar Kappus für Weisel bereits seit längerer Zeit tätig und versucht eine Senioreneinrichtung in seiner Heimatgemeinde zu realisieren.

"Das voraussichtlich nach dem Sommerferienende startende Rufbus-System ALFA-Konzept kann für Bürger aus Gemeinden, die aktuell keine Arztpraxis mehr vorweisen können, ebenfalls Vorteile bringen", betont Albert Buchheit, so dass insbesondere Ältere ohne eigenes Auto Orte mit Praxen besser erreichen können. "Wir dürfen in Sachen ärztlicher Versorgung und Pflege in unserer Verbandsgemeinde nicht die Hände in den Schoß legen, sondern müssen langfristig denken", so das Fazit der SPD-Fraktion nach Vorlage der Stellungnahme aus der Verwaltung.

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